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Im
Januar 1987 startete die Produktion des ALPINA B11 3.5 in zwei Varianten. Zum
einen wurde der B11 ohne Kat zum Einstandspreis von 88.000 DM und zum anderen
mit Kat zum Preis von 88.800 DM angeboten. Die ungereinigte
Version
leistete 250 PS und wurde insgesamt 35 mal verkauft. Der abgasarme B11 verfügte
anfangs über 240 PS, da man ihn mit dem Serien-Kat ausrüstete. 76 B11 sind so
ausgeliefert worden.
Das
ändere sich im Oktober 1987 mit der Einführung des Metall-Kats und einem
geänderten Fächerkrümmer, wodurch sich die Leistung auf 254 PS und der Preis
auf 93.500 DM erhöhte.
Die
Nachfrage nach dem B11 war so stark, dass sie 1987 40% der Jahresproduktion
ausmachte. Keine Frage, die Tatsache das BMW seine Kundschaft lange auf den 750i
warten liess, begünstigte natürlich den Absatz des B11 3.5. Und die positiven
Kritiken in den Fachjournalen taten ihr übriges.
"Dampf
wie ein Zwölfzylinder" hiess es, was den ein oder anderen Interessenten zu
ALPINA wechseln liess. Die Messwerte sprachen für sich: Den Sprint von 0 auf
100 km/h absolviert der B11 mit und ohne Kat in 7,1 Sekunden (240 PS = 7,6s).
Erst darüber vermochte der 750i sein Leistungsplus von 46 PS auszuspielen. So
rangierte der B11 3.5 bei den Fahrleistungen ziemlich genau mittig zwischen
einem Serien-735i und dem 750i.
Bei
der Höchstgeschwindigkeit spielte es keine Rolle, ob 255 km/h im abgeregelten
Zwölfzylinder oder 248 km/h im B11 erzielt wurden. Preislich orientierte sich
der B11 3.5 dagegen eher am 750i, der mit 98.00 DM gerade 5.000 DM teurer war.
Dafür
erhielt man bei ALPINA allerdings einen optischen Leckerbissen, was bei BMW noch
teuer erkauft werden musste. Der Spritverbrauch war mit 13,3 Liter auf 100
Kilometer sogar günstiger als der 735i. Allerdings benötigte der B11 Super
statt Normalbenzin.
Das
Aus des B11 3.5 zeichnete sich Mitte 1992 ab, als BMW die Produktion des 3.5
Liter-Motors einstellte.
Ihm
folgten 3 bzw. 4 Liter-Achtzylindermotoren. Bovensiepen verpflanzte den
Achtzylinder in den Siebner und nannte ihn nun B11 4.0. Durch die Überarbeitung
erzielte er 315 PS bei 5800 U/min. Das war denkbar ungünstig, lag doch der 750i
mit 300 PS knapp unter und der in der Zwischenzeit in Leben gerufene B12 5.0 mit
350 PS etwas über der Leistung des B11. Das serienmässige Automatikgetriebe
war auch nicht jedermanns Geschmack und so wurde der B11 4.0 mit acht Exemplaren
einer der seltensten ALPINA. Mann könnte auch sagen: jeden Monat verliess ein
B11 4.0 die Buchloer Werkshallen, denn nach acht Monaten wurde auch seine
Produktion eingestellt. Für den Preis von 124.000 DM gönnte man sich dann doch
lieber zwölf Zylinder unter der Haube.
Schwachstellen
sind am B11 kaum auszumachen. Bei stärkerer Beanspruchung werden die Gummilager
vorn wie hinten sowie die Zugstreben und Pendelstützen beim Federbein in
Mitleidenschaft gezogen. Auf Undichtigkeiten an der Ölwannen- und
Stirndeckeldichtung sollte bei Pkw mit Klimakompressoren geachtet werden. Zu
guter Letzt gibt es gelegentlich Ausfälle am Cockpit aufgrund defekter
Pufferbatterien. Das war es auch schon.
Fazit:
Mit dem B11 erwirbt man eines der grössten Wohnzimmer der Neuzeit. Platz im
Überfluss, den man mit moderatem Spritverbrauch bewegen kann. Seinen
Allroundeigenschaften ist es zu verdanken, dass man ihm seine Grösse kaum
anmerkt. Zum Teil werden für den B11 horrenden Summen gefordert, doch bekommt
man für unter 10.000 DM mittlerweile wirklich gut erhaltene Exemplare aus den
Jahren 1989/90 mit ca. 130.000 km Laufleistung. Für den günstigen Preis sorgt
schon der 750i, denn der ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt auch nicht teurer.
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